Kap Arkona Stories

Kap Arkona Stories

by Radio Kap Arkona

Verbindungsgang. Im langen Gang | museumsguide

Der Verbindungsgang ist nicht der größte Bunkerteil, aber mitgut 75 Meter Länge der längste. Er weitst eine Breite von etwa 1,85 Meter und eine Höhe zwischen 1,70 und 1,80 Meter plus/minus 10 cm auf – das sind so in-etwa-Werte, die über die Länge des Ganges etwas schwanken können. Wenn man die Maße des Ganges an verschiedenen Stellen mißt, kommt einem der Gedanke, das Bunkerbau offenbar keine Feinmechanikerarbeit ist. Es heißt also für größere Besucher „besser den Kopf einziehen“. Und lassen Sie es mich einmal so sagen: Vermutlich ist der Beton auch nach fast einem halben Jahrhundert seit Baubeginn immer noch härter als der härteste Schädel – und Beton blutet bekanntlich nicht, selbst härteste Schädel nach einem harten Treffer aber schon, aber es muss ja nicht unbedingt wehtun, oder? An den Stirnseiten des Ganges münden die beiden zwar noch vorhandenen aber für Besucher nicht mehr zur Verfügung stehenden Originalzugänge zum Bunker – auf der einen Seite 30 Meter lang und auf der anderen (hinten beim Kino) mit 10 Metern deutlich kürzer.

Verbindungsgang. Über den Bunker ansich | museumsguide

Der Bunker, den Sie gerade betreten haben, wurde von 1979 bis 1986 als Führungsbunker der 6. Flottille der Volksmarine der DDR gebaut. Dieser Führungsbunker ist bitte nicht zu verwechseln mit dem von Adolf Hitler in Berlin. Der war berühmter, und das war 1945, also 45 Jahre früher. Der gesamte Bunkerkomplex setzt sich aus 13 Räumen, genauer aus zwei großen Bunkerräumen, einem mittelgroßen Bunkerraum und 10 deutlich kleineren Räumen zusammen. Die beiden großen ehemaligen Bunker- und jetzigen Ausstellungsräume sind ca. 32 Metern lang, 7 Metern breit und 8 Meter hoch, weisen also Ausstellungsflächen von 224 m² auf. Sie beinhalten die Ausstellungen „Schiffe Menschen Schicksale“ und die „Seezeichen“-Ausstellung. Der Raum, in dem Sie sich gerade befinden, war gemeinsam mit dem gegenüberliegenden kleineren Raum in der Bunkerzeit für die Führungsgruppe der sowjetischen Baltischen Rotbannerflotte reserviert – Russen waren allerdings nie anwesend. Der andere große Bunkerraum (der Raum Nummer 3) diente als operatives Zentrum. Der zwischen den beiden großen Räumen liegende mittelgroßen Bunkerraum weist eine Länge von nur 21,25 m bei gleicher Breite und Höhe wie die anderen beiden auf und diente als Fernmeldebunker.

Verbindungsgang. Menschen im Bunker | museumsguide

In diesem Beitrag möchte ich über das Leben der Männer im Bunker berichten. Dabei müsste es wohl eigentlich eher um das Überleben der Männer gehen – denn ein Bunker ist nun einmal ein Bunker und kein Ferienhaus. Hier war es nicht schön, nicht angenehm nicht bequem und es fehlte an vielem. Der Bunker hatte nur den Zweck, den Männern bei ihrer Arbeit das Überleben zu ermöglichen. Denn nur überleben konnte man hier – vielleicht. Und ganz ehrlich, im Grunde war den Bunkerbauern das Arbeiten hier unten wichtiger. Dieser ein Bunker wurde ja nicht zum nach einem Atomkrieg jeharelang drin leben gebaut, sondern zum kurzzeitigen Überleben eines kurzen Krieges geplant, gebaut und eingerichtet.

Verbindungsgang. Ein Büro-Raum | museumsguide

Beim Blick in diesen relativ kleinen Raum sehen Sie einen Ausschnitt aus einem Arbeitsraum der aktiven Zeit des Bunkers. Betreten dürfen Sie ihn leider nicht. Der Bunker verfügt neben den drei großen heute als Ausstellungsräume genutzten Räumen über 10 Räume dieser Größe, die als Arbeitsräume zur Verfügung standen. Dieser Raum wurde von der „Führungsgruppe Politische Arbeit“ benutzt. Die noch vorhandenen Möbel sind übrigens Originale. Was heute allerdings fehlt, das ist der damals vorhandene Holzrost als Bodenbelag, der für eine etwas angenehmere Temperatur und Raumatmosphäre sorgte.

Verbindungsgang. Schiffsmodelle | museumsguide

In diesem Raum finden Sie in 14 Vitrinen eine Sammlung von 98 Kriegsschiffsmodellen aus diversen Marinen und Zeiten. Die Sammlung wurde von einem Stralsunder Sammler kurz nach der Jahrtausendwende als Konvolut erworben. Beim Betrachten der sehr sorgfältig gebauten Modelle in den Maßstäben von 1:700 bis 1:1200 und in verschiedenen Modellbau-techniken von Papier bis Plastik erleben Sie – sofern Sie sich darauf einlassen wollen – eine weltweite Zeitreise durch die Entwicklung des Kriegsschiffsbaues – und als Höhe- und Endpunkte in dieser Ausstellung die von Schlachtschiffen.

Verbindungsgang. Rückwärtige Dienste | museumsguide

Sie stehen hier vor der Luftschleuse zum Arbeitsraum der sog. rückwärtigen Dienste der 6. Flottille der Volksmarine. Zugegeben, das sieht hier nicht sehr eindrucksvoll aus... Aber dieser erste Eindruck, den Sie gewinnen könnten, entspricht so ganz und gar nicht der tatsächlichen Bedeutung, die den Rückwärtigen Diensten zukam. Keine Marine-Flotte der Welt – egal in welchem Land und egal wie groß oder klein – kann ohne unterstürzende Dienste an Land auch nur für wenige Tage existieren. Diese Rückwärtigen Dienste der 6. Flottille umfassten damals wichtige logistische, technische und andere unterstützende Aufgaben, die notwendig waren, um den Betrieb der Schiffe und der gesamten Flottille aufrechtzuerhalten.

Verbindungsgang. Politische Abteilung | museumsguide

Sie stehen hier vor der Luftschleuse zum Arbeitsraum der Politischen Abteilung im Führungsbunker der 6. Flottille. Drinnen ist es dunkel, ja, zugegeben, viel ist hier nicht zu sehen – im Grunde sehen Sie hier nur an dem Schild, dessen QR-Code Sie gerade gescannt haben, dass hier im Bunker eine Politische Abteilung existierte. Und diese Existenz einer Politischen Abteilung ist eigentlich nur für Besucher aus dem Westen und sehr junge Besucher ungewöhnlich oder erstaunlich. In der DDR aufgewachsene und sozialisierte Menschen war die Politische Schulung überall in der DDR selbstverständlich... mindestens in Jugendorganisationen, Schulen, Universitäten, in Gewerkschaften, Volkseigenen Betrieben und Kombinaten, Firmen, Brigaden und sogar im Privatleben.

Raum 2. Atomfilter | museumsguide

Die Luftreinigung geschah über sogenannte Atomfilter. Hinter diesem irgendwie rätselhaften und gleichzeitig eindrucksvollem Begriff Atomfilter verbirgt sich nichts anderes ein sehr großer aber ganz einfacher Aktivkohlefilter. Die hier im Bunker eingesetzten Aktivkohlefilter wiesen fast die Größe von halbierten Ölfässern auf. Zwei solcher Filter sehen sie hier.

Raum 2. Einführung in die 6. Flottille. Teil 1 | museumsguide

In diesem fünfeinhalb-Minuten Podcast dreht es sich um die 6. Flottille der DDR-Volksmarine. In dieser 6. Flottille waren bis 1990 die sog. Stoßkräfte der Torpedo- und Schnellboote sowie Raketenschiffe der Volksmarine zusammengefasst. Sie hören ein sehr kurzen geschichtlicher Hintergrund von DDR, Volksarmee und Volksmarine – mit einem zeitlichen Vergleich mit den entsprechenden Organisationen der BRD. Es wird Beginn und Ende der Volksmarine geschildert. Und dann: NATO versus Vereinigte Ostseeflotten. Aufbau der Volksmarine in Flottillen und ihre Schiffe und Boote. Es muss alles sehr kurz geschildert werden.

Raum 2. Einführung in die 6. Flottille. Teil 2 | museumsguide

Die Rügener Halbinsel Wittow war einmal über einige Jahrzehnte so etwas wie das „6.-Flottille-der-Volksmarine-der-DDR-Land“. In Dranske wohnten die Männer und Frauen der Schnell- und Torpedoboote und Raketenschiffe mit ihren Familien, am Bug befand sich der eigentliche Stützpunkt und der Hafen in dem die Boote, Schiffe und Hilfsschiffe der 6. Flottille ihren Heimathafen hatten, und hier am Kap befand sich der 1986 fertiggestellte und nur bis 1990 benutzte Führungsbunker, der allerdings nur in wenigen Manövern verwendet wurde. In diesem Podcast erfahren Sie in fast 20. Minuten sicher nicht alles, aber sehr viel Interessantes über diese Einheit, die diese Landschaft am Kap und am Bug geprägt hat.
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