
Oki Doki Gaming Club
di Mirco KaempfOki Doki Gaming Club: 001 Eternal Darkness
It’s a book club for videogames! Monatlich schnappen wir uns ein Game oder Thema und besprechen dies nach Form & Inhalt. Im Oktober muss es da natürlich gruseln: Der zwanzig Jahre alte Gamecube-Klassiker "Eternal Darkness: Sanity’s Requiem" ist unser Spiel des Monats. Dazu führen wir ein Interview mit Almir Hodo von der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Bael, über den Autor H.P.Lovecraft. Die Sendung wurde erstmals ausgestrahlt am 11.11.2023
Oki Doki Gaming Club 036/Bonus: Swiss Game Hub (lange Version)
Vor kurzem stellte jemand im Subreddit r/switzerland die provokante Frage: “Why is the Swiss video game industry dead?” Der Vergleich mit anderen Ländern scheint diese Wahrnehmung zu bestätigen. In Schweden entstehen Blockbuster wie Battlefield oder Minecraft, in Tschechien Spiele wie DayZ oder Kingdom Come: Deliverance, und in Finnland entwickelt Remedy Hits wie Control oder Alan Wake. In der Schweiz fällt vielen dagegen vor allem der Farming Simulator ein. Doch dieses Bild greift zu kurz. Abseits des Mainstreams existiert eine lebendige Indie-Szene mit Projekten wie Mundaun, Henry Halfhead oder zuletzt Herdling. Diese Spiele entstehen meist in kleinen Teams und mit begrenzten Budgets. Ein zentraler Treffpunkt für diese Szene ist der Swiss Game Hub in Zürich-Oerlikon. In einem Coworking-Space arbeiten dort über 140 Entwickler:innen aus rund 34 Studios. Neben der täglichen Arbeit finden regelmässig Events statt, etwa monatliche Playtesting-Abende. Dabei bringen Teams frühe Versionen ihrer Spiele mit und testen sie gegenseitig – oft auch gemeinsam mit der Öffentlichkeit. Der Austausch ist wichtig, denn ein Spiel zu veröffentlichen bedeutet mehr als nur Programmieren: Marketing, Trailer, technische Probleme und Plattformstrategien gehören ebenfalls dazu. Gleichzeitig ist der Markt enorm dicht. Auf der Plattform Steam erscheinen inzwischen fast 20.000 neue Spiele pro Jahr, also über 50 pro Tag. In dieser Masse sichtbar zu werden, ist schwierig – auch wenn einzelne Indie-Spiele immer wieder grosse Aufmerksamkeit erreichen. Viele Schweizer Entwickler:innen arbeiten deshalb in kleinen Teams und häufig nebenberuflich. Fördergelder sind begrenzt, doch genau diese Situation ermöglicht oft auch kreative Freiheit. Während grosse Studios millionenschwere Produktionen entwickeln, bleibt die Indie-Szene experimentell und unabhängig. Die Schweizer Gameszene ist also keineswegs tot – sie ist nur kleiner, weniger sichtbar und stark von Zusammenarbeit geprägt. Orte wie der Swiss Game Hub zeigen, dass sie dennoch wächst. Mehr Informationen zum Hub und seinen Events gibt es unter swissgamehub.com. (Bericht vom Sa. 14.03.2026)