Manifest für eine neue Debattenkultur

Manifest für eine neue Debattenkultur

di Zentrum für kritisches Denken
Stagione 1

Intro: Wer wir sind

Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe.

Vorwort: Wozu dieses Manifest

Wir möchten dir verraten, warum wir zum Streiten verdammt sind und wie wir lernen können, uns trotzdem zu verstehen - ob beim Familienessen, in Kommentarspalten oder in Abstimmungsdiskussionen.Damit wir im kommenden Jahr verhärtete Fronten überwinden und die vielen Herausforderungen unserer Zeit besser, also gemeinsam lösen können. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe.

Baustelle 1: Unser Körper

Wir unterschätzen, wie ausschlaggebend die Regulation unseres Nervensystems für unser Kommunikations- und Denkvermögen ist. Nur wenn wir uns körperlich im Ruhezustand (Parasympathikus) befinden, ist eine kritische Debatte möglich. Wer körperlich in den Kampf-Flucht-Modus rutscht, wird zwangsläufig mehr kämpfen als verstehen wollen. Anstatt Debatten weiterzuführen, die auf körperlicher Ebene zum Scheitern verurteilt sind, dürfen wir Gespräche unterbrechen oder auch das Thema wechseln, um unser Nervensystem zu beruhigen. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Porges, S. W., & Kierdorf, T. (2010). Die Polyvagal-Theorie. Junfermann. Heller, L., LaPierre, A., & Autenrieth, S. (2013). Entwicklungstrauma heilen. Beltz Verlag.

Baustelle 2: Unsere Emotionen und Gefühle

Emotionen beeinflussen unbewusst unsere Wahrnehmung, unsere Gedanken und unsere Kommunikation. Doch als Kinder der Aufklärung haben wir Mühe, uns einzugestehen, dass wir keine rationalen Wesen sind. Statt so zu tun, als würden Debatten emotional nichts in uns auslösen, sollten wir lernen, unsere Gefühle zu benennen und sie bewusst in Gespräche zu integrieren. So können wir, wenn nötig, bewusst zwischen Sach- und persönlicher Ebene hin und her wechseln. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Barrett, L. F. (2021). Seven and a Half Lessons about the Brain. Houghton Mifflin Harcourt. Barrett, L. F., Scott, A., & Macmillan Press. (2017). How Emotions Are Made. Macmillan Publishers.

Baustelle 3: Unser Verstand

Unser Hirn ist ein kognitiver Geizkragen und greift in Debatten lieber auf erlernte Argumente zurück, als Zeit und Energie in eine gemeinsame Reflexion zu stecken. Damit in Gesprächen mit Andersdenkenden neue Gedankengänge entstehen können, müssen wir uns in Demut üben und ein Bewusstsein für unseren (algorithmischen) Verstand entwickeln. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Evans, J., & Frankish, K. (2009). In Two Minds: Dual Processes and Beyond. Oxford University Press.

Baustelle 4: Unsere Überzeugungen

Unser Hirn kann Fakten (auf wirklich beeindruckende Art und Weise) so gewichten und auslegen, dass sie fast immer unseren Überzeugungen entsprechen. Wenn wir Gesprächssackgassen vermeiden und unser Gegenüber wirklich verstehen wollen, sollten wir den Fokus weg von Fakten hin zu den dahinter liegenden Haltungen und Überzeugungen lenken. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Stanovich, K. E. (2021). The Bias That Divides Us: The Science and Politics of Myside Thinking. The MIT Press.

Baustelle 5: Unsere Sprache

Unsere Sprache ist massiv missverständlich und provoziert unentwegt Assoziationen und Emotionen, die beeinflussen, wie wir Informationen einordnen und verarbeiten. In Debatten sollten wir so viele Worte wie möglich definieren und herausfinden, was unser Gegenüber wirklich meint, wenn er oder sie Metaphern verwendet. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Pfister, J. (2020). Kritisches Denken: Reclams Universal-Bibliothek. Reclam Verlag. Thibodeau, P. H., & Boroditsky, L. (2011). Metaphors We Think With: The Role of Metaphor in Reasoning. PLoS ONE, 6(2), e16782. Lakoff, G., & Johnson, M. (2008). Metaphors We Live By. Amsterdam University Press.

Baustelle 6: Unsere Lebensrealität

Unsere Meinungen sind geprägt durch das Leben, das wir führen und die Realität, in der wir aufgewachsen sind. Gleiches gilt für die Schubladen, in denen wir denken. Hinter jeder Argumentation steckt ein ganzes Menschenleben, das wir kennenlernen, ergründen und verstehen könnten, – sofern wir uns Zeit nehmen, die richtigen Fragen zu stellen und unser Gegenüber bereit ist, sich zu öffnen. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Springmann, M., Godfray, H. C. J., Rayner, M., & Scarborough, P. (2016). Analysis and valuation of the health and climate change cobenefits of dietary change. Proceedings of the National Academy of Sciences, 113(15), 4146–4151. Bloom, P. (2018). Against Empathy: The Case for Rational Compassion (Reprint ed.). Ecco.

Baustelle 7: Unser Menschenbild

Eine boshafte menschliche Natur liefert eine einfache und schnelle Erklärungen für viele Meinungen und Verhaltensweisen. Einer kritischen Debatte steht sie jedoch im Wege. Es ist alles andere als leicht: Aber wenn wir es schaffen, auf die «Schlechte-Mensch-Schublade» zu verzichten, steigen die Chancen, dass wir unser Gegenüber wirklich verstehen wollen. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe. Quellen: Bregman, R., Mehne, J., & Verlag, A. (2020). Im Grunde gut: Eine neue Geschichte der Menschheit. Argon Verlag.

Baustelle 8: Unsere Identität

Mit jeder Meinungsänderung geben wir potenziell ein Stück unserer Identität sowie ein getätigtes Investment auf. Eine kritische Debatte, in der wir echte Offenheit leben, braucht Energie und viel innere Sicherheit. Wenn wir diese Ressourcen gerade nicht haben, dürfen wir Debatten auch pausieren, Kraft tanken und sie zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen. Hier findest du das ganze Manifest als PDF zum Mit- und Nachlesen. Wir – das Zentrum für kritisches Denken – freuen uns immer über Feedback, Inputs, kritische Fragen und Liebesbriefe.
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