Elevate Festival Discourse Programme

Elevate Festival Discourse Programme

por Elevate Festival
Temporada 2
Douglas Rushkoff - Team Human - Elevate Festival 2026
Mit Douglas Rushkoff ist einer der international einflussreichsten Medien- und Technologietheoretiker am Elevate zu Gast. Seit den frühen 1990er-Jahren begleitet und analysiert Rushkoff die digitalen Transformationen unserer Gesellschaft – von den ersten Netzkulturen über die Versprechen der Plattformökonomien bis hin zu den aktuellen techno-autoritären Tendenzen im Silicon Valley. In Büchern wie "Throwing Rocks at the Google Bus", "Team Human" oder seinem viel diskutierten Essay "Survival of the Richest" setzt er sich kritisch mit den Ideologien der Tech-Industrie auseinander und zeigt, wie sich deren Machtstrukturen auf soziale, politische und ökonomische Beziehungen auswirken. Foto: Peter Hutter Elevate Festival Website
Şeyda Kurt: "Vital Signs" - Elevate Festival 2026 Eröffnungsrede
Şeyda Kurt bei der Elevate Festival Eröffnung 2026 in der Helmut-List-Halle in Graz über das Festivalthema "Vital Signs": Was bedeutet Freiheit wirklich – und wer kann sie sich leisten? In ihrer Eröffnungsrede stellt Şeyda Kurt unbequeme Fragen über Macht, Ungleichheit und unser Zusammenleben. Zwischen persönlicher Reflexion und politischer Analyse lädt sie dazu ein, Gewohntes zu hinterfragen und neue Formen von Solidarität zu denken. Foto: David Kranzelbinder Elevate Festival Website
Europas Fähigkeit zu handeln: Krieg, Wirtschaft und brüchige Allianzen - Elevate Festival 2026
“Power is not only what you have, but what you can still decide.” Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Europas Sicherheitsordnung grundlegend erschüttert. Militärische Abschreckung, wirtschaftliche Abhängigkeiten und politische Handlungsfähigkeit sind enger miteinander verflochten denn je. Sanktionen, Lieferketten, Rüstungs- und Industriepolitik sind zu zentralen Schauplätzen geopolitischer Macht geworden. Europas Zukunft entscheidet sich nicht nur an militärischen Frontlinien, sondern ebenso in ökonomischen und institutionellen Auseinandersetzungen. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die jüngsten Auftritte von Donald Trump. Seine wiederholten Infragestellungen transatlantischer Bündnisse, seine Aussagen zu Grönland und die Relativierung kollektiver Beistandsverpflichtungen machen ein lange verdrängtes Risiko sichtbar: das mögliche Erodieren der NATO. Europas Sicherheit erscheint damit nicht nur durch äußere Aggression, sondern auch durch die Fragilität eigener Allianzen bedroht. Wie handlungsfähig ist Europa unter diesen Bedingungen? Was bedeutet strategische Autonomie, wenn militärische Sicherheit, wirtschaftliche Resilienz und demokratische Prinzipien unter Druck geraten? Und wo liegen die politischen Kosten, wenn Abschreckung, Sanktionen und soziale Stabilität in Konflikt zueinander stehen? Im Gespräch diskutieren Michelle Haas, Expertin für europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Dmitry Nekrasov Ökonom mit Fokus auf die russische Wirtschaft, Sanktionsregime und Geoökonomie, sowie Daniela Pisoiu, Forscherin zu Sicherheitspolitik, Extremismus und politischer Gewalt. Moderiert von Stefan Lenglinger (ORF / Zeit im Bild) fragt das Panel, ob Europa seine Krisen nur verwaltet oder ob es gelingt, daraus neue Formen politischer Handlungsfähigkeit zu entwickeln. Foto: Peter Hutter Elevate Festival Website
Everybody Shaking: widerständige Lebenslust, liebevolle Weltbeziehungen - Elevate Festival 2026
“The personal is political.” Carol Hanisch Alles ist in Bewegung und vieles steht zugleich unter enormem Druck. Körper, Demokratien, Ökosysteme, soziale Beziehungen. Everybody Shaking öffnet den Blick auf Lebendigkeit als Gegenstück zu Leistungsversprechen, als etwas Fragiles und Geteiltes. Nicht stärker werden um jeden Preis, sondern spürbar bleiben. Nicht optimieren, sondern sorgen. Was bedeutet es, in einer Zeit permanenter Erschöpfung lebendig zu sein? Wie lassen sich Vitalität und Regeneration jenen Logiken entziehen, die sie als neue Form von Ableismus oder Longevity-Kapitalismus instrumentalisieren? Wie können Fürsorge, Verletzlichkeit und Liebe zu politischen Kräften werden? In diesem Gespräch finden Body Politics, Critical Care und mehr-als-menschliche Beziehungen zueinander. Simon(e) van Saarloos, Schriftsteller:in und Autor:in von "Against Ageism. A Queer Manifesto", hinterfragt normative Vorstellungen von Alter und Beziehungen. Andrea Schöne, Journalistin, politische Bildnerin und Autorin von "Behinderung und Ableismus" bringt Perspektiven von Inklusion und (Öko)Ableismus ein. Jol Thoms, Künstler und Forscher, teilt den Blick auf Care als Beziehung zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Welten. Moderiert von Elevate Kuratorin und Transformationspsychologin Irina Nalis fragt das Panel, wie “Vital Signs”, zu widerständigen Formen von Lebendigkeit werden können. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website
Gilda Sahebi - Verbinden statt spalten - Elevate Festival 2026
Im Gespräch mit der Autorin, freien Journalistin und Podcasterin Gilda Sahebi. Die ausgebildete Ärztin und Politikwissenschaftlerin entlarvt in ihrem aktuellen Spiegelbestseller „Verbinden statt spalten: Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung” die scheinbar allgegenwärtige Polarisierung als politisch konstruiert und medial verstärkt. Dabei zeigt sie anhand zentraler Konfliktfelder – von Sozialpolitik über Migration und Krieg bis Gender und Corona, warum uns im Alltag weit mehr verbindet als trennt und wie diese Realität im öffentlichen Diskurs systematisch verzerrt wird und diskutiert Wege, den Alltag und öffentlichen Diskurs stärker auf Verbindendes auszurichten. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website
Netzpolitischer Abend - in Kooperation mit epicenter.works & spektral - Elevate Festival 2026
Der Netzpolitische Abend greift seit 2015 aktuell relevante netzpolitische Themen auf, schafft Bewusstsein für zukünftige technologische und gesellschaftliche Entwicklungen, und ordnet diese in kurzweiliger und unterhaltsamer Form ein. Das Publikum kann sich mit Fragen und Kommentaren einbringen und am Anschluss in lockerer Atmosphäre mit den Speaker:innen weiter diskutieren. Speaker:innen Andrea Gutschi - Das Zeitalter der Desinformation: Herausforderung oder Chance für den Journalismus? Falschnachrichten, Clickbait oder Kampagnenjournalismus: Wenn die alte und die neue Medienwelt kollidieren, werden vor allem ihre jeweiligen Schwächen sichtbar. Einerseits prägen Plattformlogiken zunehmend journalistische Entscheidungen. Andererseits konkurrieren Medienhäuser unter wirtschaftlichem Druck um Aufmerksamkeit und Reichweite. Geschwindigkeit, Emotionalisierung und Zuspitzung verdrängen dabei immer öfter Einordnung, Kontext und Sorgfalt. Was es jetzt braucht, ist eine stärkere Definition dessen, was Journalismus leisten soll: Er sollte nicht mit sozialen Netzwerken um Aufmerksamkeit ringen, sondern als Korrektiv in einer zunehmend polarisierten öffentlichen Debatte wirken. Reichweite ist kein Ersatz für Glaubwürdigkeit – und der Verweis auf Social Media darf keine Ausrede für schlechte Praxis sein. Wir diskutieren, wie Social-Media-Dynamiken redaktionelle Standards untergraben, warum sich Redaktionen stärker davon emanzipieren müssen und welche Folgen Qualitätsverlust für das Vertrauen in Medien hat. Im Zentrum steht die Frage, was professionellen Journalismus heute ausmacht und wie er seine Rolle als verlässliche Infrastruktur demokratischer Öffentlichkeit zurückgewinnen kann. Sebastian Kneidinger - Gute Hacker, schlechtes Recht? Je mehr Digitalisierung unseren Alltag prägt, desto stärker sind wir darauf angewiesen, dass diese Systeme sicher sind. Wer Sicherheitslücken findet und verantwortungsvoll meldet, handelt also im öffentlichen Interesse – bewegt sich in Österreich aber noch immer in einer rechtlichen Grauzone. Auch epicenter.works war selbst von langjähriger strafrechtlicher Verfolgung betroffen. Der Unterschied ist klar: Kriminelle nutzen Sicherheitslücken aus oder verkaufen sie weiter, während Ethical Hacking dem Prinzip der Responsible Disclosure folgt: finden, melden, beheben. Offene Schwachstellen sind Einfallstore für Spionage, Erpressung oder Sabotage und damit längst auch ein geopolitischer Faktor. Der Vortrag zeigt, warum Sicherheitsforschung keine Nischenforderung der IT-Community ist. Eine eine spannende Auseinandersetzung damit, wie Österreich digitale Resilienz stärken und sich zukunftssicher aufstellen kann. Erwin Steinhammer - Informationsfreiheit nutzen - Praxistipps zum Stellen effektiver Informationsbegehren Seit 1. September 2025 gilt in Österreich das Grundrecht auf Zugang zu Informationen (Informationsfreiheit). In diesem Vortrag zeigt das Forum Informationsfreiheit auf, wie man effektive Informationsbegehren stellt, welche Hürden es dabei gibt und wo im Vergleich zu den Nachbarländern noch bessere Lösungen nötig wären. Moderation: Elisabeth Kury Foto: Peter Hutter Elevate Festival Website
Vibe Shift, really?: Broligarchie, Tech-Macht und autoritäre Fantasien - Elevate Festival 2026
“For them, the future of technology is about only one thing: escape from the rest of us.” Douglas Rushkoff, Survival of the Richest Während digitale Technologien immer tiefer in Politik, Wirtschaft und Alltag eingreifen, verschieben sich Machtverhältnisse zunehmend zugunsten immer weniger Akteure. Tech-Milliardäre und ihre ideologische Vordenker prägen nicht nur Märkte, sondern beschädigen weltweit Demokratie und Menschenrechte. Im Mindset der “Broligarchen” ist Demokratie ineffizient, Öffentlichkeit störend, Teilhabe ein Risiko. Was bedeutet es, wenn digitale Innovation mit autoritären Fantasien verschmilzt? Welche Rolle spielen US-Tech-Eliten bei der Aushöhlung demokratischer Institutionen? Und wie lässt sich der Konzentration von digitaler, ökonomischer und politischer Macht etwas entgegensetzen? In diesem Panel analysiert Christian Schiffer, Journalist und Grimme-Preisträger (Die Peter Thiel Story), die politische Kultur digitaler Öffentlichkeiten und techno-autoritäre Tendenzen. Wolfgang Palaver, Theologe und Konfliktforscher, ordnet die ideologischen Grundlagen dieser Machtfantasien ein und beleuchtet ihre Nähe zu US-amerikanischen Tech-Eliten und politischen Akteuren. Anna-Verena Nosthoff, Juniorprofessorin für Ethik der Digitalisierung und Ko-Direktorin des Critical Data Lab, forscht u.a. zu Tech-Autoritarismus und untersucht den gesellschaftlichen Einfluss der Tech-Unternehmen und die digitale Transformation der Öffentlichkeit. Moderiert von Sarah Kriesche (Ö1) fragt das Gespräch, ob der sogenannte Vibe Shift eine reale Zeitenwende markiert oder eine Erzählung, die autoritäre Lösungen als technologischen Fortschritt tarnt. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website
Zukunft ist keine Mangelware: Regeneratives Wirtschaften statt Resignation - Elevate Festival 2026
“The ultimate hidden truth of the world is that it is something we make, and could just as easily make differently.” David Graeber Die Klimakrise verschwindet zunehmend aus politischen Debatten. Aber nicht, weil sie gelöst wäre, sondern weil andere Krisen lauter geworden sind. Gleichzeitig fehlen wirksame politische Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Transformation bleibt zu langsam und gesellschaftliche Polarisierung erschwert gemeinsame Antworten. Der Eindruck von Alternativlosigkeit wächst. Doch er ist trügerisch: Zukunft ist keine Mangelware. Gestaltungsräume existieren: jenseits der künstlich erzeugten Gegensätze zwischen Wirtschaft und Klima. Wo liegen heute konkrete Möglichkeiten für ein regeneratives Wirtschaften? Wie lassen sich Klima, soziale Sicherheit und wirtschaftliche Stabilität zusammendenken, statt gegeneinander auszuspielen? Welche politischen Entscheidungen und institutionellen Veränderungen braucht es, damit Wandel wirksam wird? Im Gespräch Ilona Otto, Soziologin und Klimawissenschaftlerin, Georg Günsberg, Politik- und Strategieberater, Leiter des Netwerk Teams beim Kontext Institut, und Baro Vicenta Ra Gabbert, Greenpeace-Sprecherin, Juristin und Autorin von "Keine Zukunft ist auch keine Lösung". Moderiert von Katharina Kropshofer, Wissenschaftsjournalistin mit Schwerpunkt Umwelt und Gesellschaft, richtet das Panel den Blick auf wirtschaftliche Regeneration als demokratische Gestaltungsaufgabe zwischen politischer Blockade und konkreten Lösungsansätzen. Foto: Peter Hutter ⁠Elevate Festival Website
Temporada 1
(Un)trustworthy AI - Elevate Festival 2025
“The danger isn’t that AI destroys us. It’s that it drives us insane.” Jaron Larnier Künstliche Intelligenz ist kein neutraler Fortschritt, sondern eine Kampfzone. Sie wird nicht einfach entwickelt, um unser Leben zu erleichtern, sondern von den mächtigsten Konzernen unserer Zeit geformt, die Interessen verfolgen, die oft nicht mit den Bedürfnissen der Gesellschaft und den Grenzen des Planeten übereinstimmen. Wo KI-Systeme in der Lage sind, Täuschungen und Lügen in bisher unvorstellbarem Ausmaß zu verbreiten, geht es nicht um blindes Vertrauen in „Trustworthy AI“; ein Begriff, der längst von PR-Kampagnen der Big-Tech-Unternehmen vereinnahmt wurde. Es geht darum, die Infrastruktur und Regeln zu hinterfragen, die diese Systeme formen. Dieses Panel versammelt Expert:innen, die sich dem unkritischen Vertrauen in KI und den dahinter stehenden Machtstrukturen entgegenstellen. Irma Mastenbroek, Expertin für globale KI-Standards und Aktivistin für queere und feministische Tech-Politik, plädiert für verantwortungsvolle Entwicklung und die Einhaltung technischer Standards, die soziale Gerechtigkeit fördern. Eugenia Stamboliev, Medienwissenschaftlerin und Technikphilosophin, forscht zu Fragen von Vertrauen und Misstrauen rund um KI, mit Fokus auf Diskriminierung und Gender Bias. Alfred Ongere, Gründer von AI Kenya, zeigt, wie KI in Ostafrika als Werkzeug für Bildung und Demokratie und gegen Korruption eingesetzt wird – und wie wichtig es ist, lokale Communities in die Gestaltung der Technologie einzubeziehen. Die Diskussion, moderiert von Christoph Weiss alias Burstup, wird zentrale Fragen zur Vertrauenswürdigkeit von KI und den Menschen, die sie entwickeln, aufwerfen: Wie definieren wir „vertrauenswürdig“ in einem technologischen Kontext? Welche globalen Unterschiede gibt es in der Wahrnehmung und Gestaltung von KI? Welche globalen Mechanismen können Transparenz und Gerechtigkeit in einer technologiegetriebenen Welt sichern? Ist Vertrauen in die Technologie überhaupt das Ziel – oder sollte es vielmehr um Vertrauen in die Menschen, Prozesse und Werte gehen, die diese Technologie gestalten? Diese Veranstaltung ist Teil von "New Perspectives for Action". Ein Projekt von ⁠Re-Imagine Europe.⁠ ⁠Elevate Festival Website
Barbara Prainsack - Was kommt nach dem Vertrauen? - Elevate Festival 2025
In der Keynote am Samstag beleuchtet Barbara Prainsack, Professorin für Vergleichende Politikfeldanalyse an der Universität Wien und Leiterin der interdisziplinären Forschungsplattform „Governance of Digital Practices“ die Ursachen des schwindenden Vertrauens in die Politik und wird dabei der zentralen Frage nachgehen: „Was kommt nach dem Vertrauen?“ Weltweit gesehen sinkt der Anteil der Bevölkerung, die in Demokratien lebt, beständig. Zugleich nimmt auch die Qualität der Demokratie in vielen Ländern ab. Auch Österreich wurde 2022 von der liberalen Demokratie zur Wahldemokratie herabgestuft – das ist ein Land, in dem es freie Wahlen und andere demokratische Institutionen gibt, dem andere Kennzeichen “tiefer” Demokratien jedoch fehlen. Was erklärt diesen Trend? Was liegt dem sinkenden Vertrauen in die Politik zugrunde, das oft dafür verantwortlich gemacht wird? Und wenn die Bevölkerung den Regierenden nicht traut, was kommt danach? ⁠Elevate Festival Website
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