Über dem Nebelmeer

Über dem Nebelmeer

di Nico & Sebastian
#13 – Von Seerosen, Sechzehntelfinale und Selbstbewusstsein – Wenn der Nebel exponentiell dichter wird
Fronleichnam, 4. Juni 2026. Weil der übliche Aufnahme-Freitag durch familiäre Verpflichtungen Sebastians geblockt wird, weichen Nico und Sebastian auf den Donnerstag aus und steigen feiertagskonform mit Liturgiegeschichte ein: Das Fronleichnamsfest geht auf die Mystikerin Juliane von Lüttich zurück, die in Visionen einen »eingeschnappten Christus« sah, der die mangelnde Verehrung der Eucharistie beklagte, und wurde 1264 von Papst Urban IV. für die gesamte Kirche verbindlich gemacht. Dann: IKEA. Sebastian hat ein Hochbett für die Jüngste zusammengebaut (Modell Småstad, noch nicht ganz fertig) und neue Gläser für die Familie gekauft – 59 Cent das Stück, hergestellt in Bulgarien. Das führt, über Murano-Glas und den roten Familien-Besteckkoffer, zur ersten großen Frage des Abends: Was macht etwas eigentlich besonders – das Objekt selbst oder die Geschichte, die man darüber erzählt? Nico berichtet von einem Post auf X: Jemand hat ein echtes Seerosen-Gemälde Monets hochgeladen und dazu kommentiert, es sei mit KI erstellt worden. Die Reaktionen der Follower waren vernichtend. »Der Algenbrei im Hintergrund ist erschreckend vage. Typisch KI-Kunst.« Viele löschten ihre Kommentare, als das Original identifiziert wurde. Der »Effort heuristic« (Kruger, 2004) erklärt: Menschen bewerten Kunst höher, wenn sie glauben, ihre Entstehung war aufwändiger. Eine »Nature«-Studie von 2024 zeigt: Sobald man weiß, es handelt sich um KI-Kunst, kehrt sich die Präferenz um. Was beurteilt wird, ist nicht das Bild, sondern die Kategorie. Das führt zu Walter Benjamins Begriff der Aura, zu Hape Kerkelings »Hurz« als Spiegelfall, und zur Frage, ob der Prompter der eigentliche Kreative des KI-Zeitalters ist und der Mensch zum »promptenden Wesen« wird. Sebastian testet das live: Er lässt ChatGPT zweimal denselben Seerosenteich erstellen: die Ergebnisse sind vollständig verschieden. Dann wird auf Nicos Bitte ein Buckelwal in den Teich integriert, stilistisch perfekt eingefügt, ohne dass irgendjemand das so verlangt hätte. Ist das Kreativität? Oder zufällige Neuanordnung von Wahrscheinlichkeiten wie bei Monet, der mit dem linken oder rechten Bein aufgestanden ist? Nico bringt Geoffrey Hinton ins Gespräch: Der Nobelpreisträger von 2024 und Mitbegründer des modernen Machine Learning spricht in einem Interview von vier Kränkungen der Menschheit – Kopernikus, Darwin, Freud und nun die KI als vierte. Er glaubt, KI könnte mittlerweile ein Selbstbewusstsein entwickeln. Was bleibt vom Menschen, wenn Sprache nicht mehr sein Alleinstellungsmerkmal ist? Zwischendurch: Timmys Kadaver wurde per DNA-Analyse vor der dänischen Insel Anholt bestätigt. Meeresbiologe Fabian Ritter warnt: »Höchste Explosionsgefahr! Der Kehlsack ist ballonartig aufgebläht.« Doch das mediale Interesse ist fast verschwunden. Timmy lebendig war Medienereignis; Timmy tot ist Wissenschaft. Wie ein Gemälde, auf dem plötzlich »KI« steht. Den Abschluss macht die in einer Woche startende Fussball-WM 2026: Deutschlands Auftaktgegner Curaçao ist die kleinste WM-Nation der Geschichte – 150.000 Einwohner, Profifußballer größtenteils aus den Niederlanden. Das Turnier wächst auf 48 Nationen, 104 Spiele in 39 Tagen; wenn alle Kriterien versagen, entscheidet das Los: »Wir sind alle zweite Sieger.« Und der exponentiell dichter werdende Nebel? Geoffrey Hinton sagt: Zehn Jahre in die Zukunft blicken kann niemand; der Nebel ist viel zu dick. Nico möchte Hinton in den Podcast einladen. Notfalls auch Lanz und Precht. ⸻ Aufnahmedatum: 4. Juni 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#12 – Außerirdische, Ahnen und Aufgepumpte – Im Nebel zwischen Kosmos, Karteikarten und Transhumanisten
Es ist ein warmer Maiabend. Nico hat sich kurz vor der Aufnahme an einem Schluck Wasser verschluckt, seine Personenwaage steht demonstrativ im Bildhintergrund, und Sebastian stellt trocken fest: Der Co-Host ergraut. Ein guter Einstieg für ein Gespräch, das sich von der kleinsten Zahl auf der Waage bis zu den fernsten Ecken des Universums erstreckt. Den ersten großen Schwenk liefern Trumps freigegebene UFO-Akten: Ein ehemaliger CIA-Mitarbeiter behauptet in einem Interview, Außerirdische seien längst unter uns – und hätten sich mit Menschen gepaart! Nico und Sebastian nehmen den Faden auf. Gibt es außerirdisches Leben? Wahrscheinlich ja, sofern man die Größe des Universums ernst nimmt. Aber was ist »Leben«? Was, wenn Außerirdische in einer anderen Dimension existieren: zu klein, zu groß, zu schnell für unsere Wahrnehmung? Sebastians Schwester hat einmal beobachtet, wie merkwürdig es von außen aussehen muss, wenn 80 Millionen Menschen abends gleichzeitig bewusstlos in Häusern liegen, mit Schlössern gesichert, weil sie Angst haben, diese Zeit nicht heil zu überstehen. Vielleicht, so Nico, sind wir schlicht die Eintagsfliegen des Universums, beobachtet von einem Wesen, das Millionen Jahre als einen einzigen Tag erlebt. Erich von Däniken taucht auf, LUCA (Last Universal Common Ancestor) auch, und irgendwo in der Mitte zieht Nico die Parallele: Über Außerirdische spekulieren ist nicht anders als über Gott spekulieren. Dann kommt der Ahnenpass. Sebastian hat Nico vor einigen Tagen mitgeteilt, was er in der neuen NSDAP-Datenbank von Spiegel und ZEIT gefunden hat: drei Vorfahren, KI-ausgewertet aus 16 Millionen digitalisierten Karteikarten des US-Nationalarchivs. Nico besitzt sogar einen physischen Ahnenpass – Reichsadler, Hakenkreuz, blanko zum Selbstausfüllen –, darin eine Ehe von 1720 aus der Propsteikirche zu Bochum und einen Stammbaum, den sein Großvater bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgt hat. Was macht man mit solchen Entdeckungen? Wer trägt historische Verantwortung, und wie weit zurück? Rousseaus Zaun, Raubkunst, die Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches und die Frage, ob man wirklich bis zu LUCA zurückgehen kann, um Erbansprüche geltend zu machen. Der gestrandete Buckelwal Timmy liefert das nächste Kapitel: Über eine Million Euro investiert, die Wissenschaft war sich einig (verenden lassen), aber man hörte auf Aktivisten statt auf Experten. Till Backhaus (Umweltminister Mecklenburg-Vorpommern): »Ich war elfmal am Wal. Wer einmal einem Wal in die Augen geschaut hat, ist ein anderer Mensch.« Unterdessen sterben jährlich 300.000 Delfine in Schleppnetzen, und zwar ganz ohne Medienecho. Emotionspolitik, Medienwirksamkeit – und Star Trek IV, in dem die Enterprise Wale aus der Vergangenheit einfängt, um die Erde zu retten. Zum Abschluss: die Enhanced Games, die am 25. Mai in Las Vegas starten. Doping explizit erlaubt. 42 Athleten, finanziert von Peter Thiel und Trump Jr., eigentlich Werbung für einen Online-Shop mit Testosteron, Peptiden und Wachstumshormonen. Wo endet das Medikament, wo beginnt das Doping? Pharmakon, auf Altgriechisch: Heilmittel und Gift in einem Wort. Der Transhumanismus feiert hier seinen Sporttag. Beuys und Ballett beschließen die Runde. ⸻ Aufnahmedatum: 22. Mai 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#11 – Gefälschte Erinnerungen, echte Gefühle – Im Nebel zwischen KI-Fotos und Urinbecken
Eine Episode voller Umwege, die alle irgendwo zusammenlaufen – beim Bild, beim Schein und beim leisen Verdacht, dass das alles so nicht gewesen sein kann. Sebastian ist in einer Midlife-Crisis, hat gerade eine Fürbitte für die Konfirmationsfeier seiner Nichte formuliert und hadert mit seiner Kirchenmitgliedschaft. Nico nutzt den Moment, um nachzufragen: Ist Sinnkrise plus Radikalisierungsphase dasselbe wie eine Minderheitsregierung im eigenen Leben? Dann geht es sofort zur Sache. Sebastian hat für ein Konfirmationsgeschenk KI-Bilder von Familienmitgliedern erstellt. Zwei Kinder, die sich nie gemeinsam auf oder neben einem Pferd befanden, befinden sich jetzt auf ein und demselben Foto gemeinsam auf und neben einem Pferd. Und eine Leine ist auf einmal nicht echt. Nico zieht Henning Ritters Notizhefte heran: »Die eine Erinnerung geht immer auf Kosten der anderen. Eingebildete Erinnerungen können echte verdrängen.« Und genau das, sagt Nico, tut Sebastian hier: er tauscht unwirkliche gegen wertvolle Erinnerungen aus. Zumindest der Sache nach. Das führt zu Peter Sloterdijks Diagnose einer »Bilder-Pandemie«, zur Frage, ob man auf 33.673 Fotos wirklich je zurückblicken wird, und zur Lust am alten 24er-Film, der einen zur Entscheidung zwang. Der zweite große Themenblock ist die Biennale in Venedig, ausgelöst durch einen FAZ-Artikel, der Nico nicht loslässt. Im österreichischen Pavillon schwingt eine nackte Performancekünstlerin als menschlicher Glockenklöppel artistisch hin und her. Eine andere dreht auf einem Jetski in einem gefluteten Raum ihre Runden – natürlich gegen den Klimawandel. Und im Herzstück des Pavillons verbringt je eine nackte Performerin täglich acht Stunden in einem Becken, das mit dem Urin Venedigs gespeist wird. Nico und Sebastian diskutieren, ob das Kunst ist, ob es Provokation sein kann, wenn alles Provokation ist, ob die Biennale Aktivismus braucht oder Können, und was Josef Beuys wohl gesagt hätte, wenn er am Rand dieses Beckens gestanden und einem toten Hasen die Biennale erklärt hätte. Der deutsche Pavillon mit der posthum gezeigten Arbeit der mit 40 Jahren verstorbenen Henrike Naumann über DDR-Ästhetik wirkt dagegen fast still. Und am Ende zieht Nico eine überraschende Kurve: Vielleicht wird der nackte Körper im Urin in zwanzig Jahren genau das sein, was die Biennale schon immer war, nämlich der letzte Zufluchtsort des Handgemachten in einer vollständig algorithmisierten Welt. Dazwischen: Das Ende der Parteiideologien (»nur noch Wählvereine«), die neue Spiegel- und ZEIT-Datenbank zu NSDAP-Mitgliedern, der Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff, die Geschichte des Namens (Fluss Hantan, Koreakrieg), König Charles' Glockengeschenk an Trump und die 35.000 US-Soldaten in Deutschland. Am Ende: Timmy der Wal – vermutlich tot, der GPS-Sender stumm. Und David Attenborough wird 100. Herzlichen Glückwunsch! Zum Abschluss: der 8. Mai, Richard von Weizsäcker und das Wort »Befreiung«. ⸻ Aufnahmedatum: 8. Mai 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#10 – Gestrandete Gegenwarten – Vom Wal im Livestream zur nebeligen Zeitreise in einem Antiquariat
Die zehnte Episode des Nebelmeers ist eine runde Zahl, und Nico hatte nie damit gerechnet, dass Sebastian und er bis hierher durchhalten würden. Den Auftakt macht, wie üblich, das Stochern im Nahbereich: Sebastians Sonnenbrand aus dem Sauerland (Riesenrad, unterschätzte Höhe), Proteinshakes in unterschiedlichen Geschmackssorten und ein Blick auf den sinkenden deutschen Bierkonsum (wobei beide Hosts als lebenslanger Abstinenzler die Statistik nach eigener Auskunft nicht verzerren). Das erste große Thema: Timmy (oder Hope), ein gestrandeter Buckelwal auf der Insel Poel in der Ostsee, der zum ZDF-Dauerlivestreaminhalt wurde. Nico liest aus einem NZZ-Artikel von Eric Matt vor, der nicht nur den Wal, sondern vornehmlich dessen Publikum unter die Lupe nimmt: Aktivistinnen, die wochenlang im Auto schlafen, um »Zeitzeuginnen einer barbarischen Sache« zu sein; Anwohner, deren Dörfer vollgeparkt und von pissenden Aktivisten heimgesucht werden; und Minister Till Backhaus aus Mecklenburg-Vorpommern, der sich vorstellt, wie es wäre, wenn die Evolution umgekehrt verlaufen wäre und der Wal jetzt Sebastians Lebenserhaltungssysteme abschalten würde. Die Verbindung zur Pleonexie aus Episode 9 liegt nahe: 83 Millionen Walexperten, alle mit einer Meinung, keiner mit einem Meeresbiologiestudium. Warum gibt es eigentlich keinen ZDF-Livestream vom griechischen Erdbeerfeld? Und was wäre aus Timmy geworden, hätte er die Straße von Hormuz blockiert? Kurzes Intermezzo: »As Ever«, die Lifestyle-Marke von Meghan Markle, meldet sich mit einer Muttertagskollektion zurück. Die berühmte Marmelade (oder »Mumelade« aus Anlass des bevorstehenden Muttertags?) ist tatsächlich bestellbar: 15 Dollar, Schmuckverpackung, 8 Gramm Zucker pro 18-Gramm-Portion, leider nur innerhalb der USA. Der zweite große Block beginnt mit einem Ausflug nach Everswinkel, wo Nico in einem Laden namens »POGO Retroquitäten« auf 350 Quadratmetern Haushaltsauflösungen aus verschiedenen Jahrzehnten stöbert: Orgeln, Fleischwölfe, VHS-Kassetten, CD-Player. Fünf Bücher – mutmaßlich aus dem Nachlass eines Münsteraner Germanistikprofessors (»jedes dritte Buch ein Goethe-Titel«) – gehen für zehn Euro über den Ladentisch. Auf dem Heimweg trifft Nico die Frage wie ein Schlag: Was ist eigentlich Gegenwart? Von dort entfaltet sich das eigentliche Herzstück der Episode: ein philosophisches Gespräch über Zeitschichten, das nirgends aufhört, aber überall beginnt. Reinhart Koselleck und das Sedimentmodell der Zeit; der Kölner Dom als in sieben Jahrhunderten aufgeschichtete Gegenwart; François Hartog und die Gegenwart als Einschnürung zwischen zwei Unmöglichkeiten; Paul Valéry mit 17 Jahren, der 1888 notiert, dass der Baum für seinen Sarg bereits irgendwo wächst; Goethe bei der Kanonade von Valmy (»Von hier und heute geht eine neue Epoche der Weltgeschichte aus«); Marcel Proust und die Madeleine (bei Nico ist es die Gülle, die Kindheitserinnerungen auslöst); die Frage, was es bedeutet, den 11. September »erlebt« zu haben, wenn man nur am Fernseher saß; und schließlich die letzte Frage: Kann man eigentlich altern, wenn man permanent von Vergangenem und Zukünftigem durchdrungen ist? Nico sagt: nein. Die gesamte Longevity-Industrie kann demnach ad acta gelegt werden. ⸻ Aufnahmedatum: 24. April 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#9 – Pleonexie, Paradiese und Planetenblicke – Vom Sauerland bis hinter den Mond
Die neunte Episode des Nebelmeers beginnt, wo die letzte aufgehört hat: mit Ostern. Sebastian hat die Feiertage im Sauerland verbracht – Basislager Brilon, von dort aus Wildpark Willingen mit Alligatorhäuten, Wolfspelzen und einem Original-Dinosaurierfußabdruck, ein 45 Meter hohes Riesenrad und das Fort-Fun-Abenteuerland, das Sebastian noch aus Kindheitstagen kennt. Nebenbei: ein Spaziergang am Geburtshaus von Friedrich Merz, das sich als herrschaftliche Playmobil-Villa entpuppt (derzeit zum Verkauf, ohne Gedenktafel, Baujahr 1752). Nico seinerseits hat Ostern an der Möhne verbracht, mit Tanten, langen Spaziergängen und einem ersten Besuch im Torhaus. Dann – live während der Aufnahme – öffnet Sebastian seinen Spam-Filter und findet dort die Ergebnisse seiner KI-gestützten Hautkrebsvorsorge aus Episode 8: Entwarnung, keine exzisionsbedürftigen Naevi. Das Ergebnis bietet den Übergang zu einem deutlich größeren Thema: der Artemis-2-Mission. Seit dem 2. April 2026 umrunden vier Astronauten – Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und der erste Kanadier im Mondflug, Jeremy Hansen – den Mond. Mit 406.778 Kilometern Entfernung haben sie den Apollo-13-Rekord gebrochen. Dazu: Jim Lovells Zitat über das Paradies, das wir bereits bewohnen, und Hans Blumenbergs Gedanke, dass die Vertreibung aus demselben womöglich noch gar nicht abgeschlossen sei. Ein FAZ-Artikel gibt den Anstoß für das nächste Thema: Gen-Z-Nostalgie für die 90er Jahre, die auf TikTok unter dem Tag »Mom, what was the 90s like?« kursiert (ohne dass die Nostalgikerinnen das Jahrzehnt erlebt hätten). Sebastian hatte die 90er im früheren Podcast »Per Album durch die Galaxis« einmal als das freieste Jahrzehnt bezeichnet. Die Gegenfrage liegt nahe: Was wird man in dreißig Jahren über die 2020er sagen? Sebastians Antwort: »Anstrengend.« Und dann, nach kurzem Zögern: vielleicht das Jahrzehnt, in dem man in eine neue Form des Autoritarismus abgeglitten sei. Daran schließt sich einer der philosophisch dichtesten Momente der Episode an. Nico stellt den Begriff »Pleonexie« vor, den er bei Arnold Gehlen entdeckt hat, den dieser wiederum von Max Scheler nimmt, der sowohl Habgier als auch die Gier nach Meinung bezeichnet: den Drang, trotz mangelnder Sachkenntnis überall mitzureden. Gehlen versus Habermas, Meinungsselbstherrlichkeit versus gelebte Demokratie, Querdenker und dann auch noch ein schwebendes Nutella-Glas nebst NASA-Fotos, die die KI als mögliche Fälschung einschätzt. Dann erneut: Die Straße von Hormuz. Diese trägt eine zweitausendjährige Geschichte als umkämpftes Nadelöhr – Portugiesen, Holländer, Perser, Briten, heute Iran und USA. »Nichts Neues unter der Sonne«, sagt Nico, ohne es gutzuheißen. Der letzte Öltanker ist an diesem Aufnahmetag in Rotterdam eingelaufen. Danach kein Öl mehr aus dem Persischen Golf. Es folgen E-Autos, chinesische Schnellladetechnik und der Traum vom Autobatterietausch wie bei einer Taschenlampe. Ganz am Ende, ganz organisch: das Lob des Ausgedruckten. Nico druckt Artikel aus, annotiert sie mit der Hand und überträgt die Notizen anschließend ins digitale Zettelkasten-System. Das Analoge als Durchgangsstation zum Digitalen. Die Multioptionsgesellschaft als letztes verbliebenes Paradies. Blumenberg hatte recht. ⸻ Aufnahmedatum: 10. April 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#8 – Illusionsfabrikanten im Nebel – Über Intellektuelle, KI und das Ende einer Ära
Episode 8 beginnt mit einem kleinen Eklat: Sebastians Schwester ruft an, kaum dass das FaceTime-Fenster aufgebaut ist. Der Podcast hat seinen »neuesten Tiefpunkt« erreicht, und es geht um Ostern-Koordination. Von dort ist es ein kurzer Weg zum goldenen Hasen aus dem Hause Lindt, dessen Outlet-Preise selbst hartgesottene Schnäppchenjäger in die Flucht schlagen. Das passt gut zur ersten echten Sachfrage der Episode: Was kostet ein Liter Benzin in Libyen? Zwei Cent. In Venezuela? Drei Cent. In den Niederlanden? 2,35 Euro. Nico hat globalpetrolprices.com entdeckt, und Sebastian erklärt, warum diese Zahlen ohne Kaufkraftbereinigung hinken, und warum eine Salatgurke aus dem Gewächshaus irgendwie auch mit dem Iran zusammenhängt. Dann der Nachtrag zur Vorepisode: Pi-Tag, 14. März, zugleich der Todestag Jürgen Habermas’. Die NASA rechnet mit 15 Nachkommastellen, ein chinesischer Mathematiker hielt 700 Jahre lang den Pi-Rekord, und Sebastian fragt: Was bringt uns das? Antwort: Die Annäherung reicht. Das gilt auch für Habermas’ gesamtes kommunikationstheoretisches Lebenswerk. Nico erzählt von seiner privilegierten Begegnung mit dem Philosophen am 30. Januar 2008: oberste Reihe in H 1, Digi—Cam, Foto aus der Ferne, während Sebastian im Foyer des Münsteraner Hörsaalgebäudes auf einem Bildschirm zuschauen musste. Dann: Google DeepMind taufte Ende 2024 eine KI »Habermas« (ohne zu fragen). Habermas antwortete mit einem Brief: »Praktische Diskurse verlangen, dass jeder Teilnehmer aus der Perspektive der ersten Person Stellung nimmt.« Zwei Wochen nach Habermas starb Alexander Kluge mit 94. FAZ-Herausgeber Kaube schrieb: »Jetzt ist der Dritte gestorben«, nach Enzensberger, nach Habermas. Damit endete die Epoche der drei großen Säulen westdeutscher Nachkriegsintellektualität. Brauchen wir heute noch den öffentlichen Intellektuellen? Oder hat ihn die KI ersetzt? Nico bringt den »vernetzten Intellektuellen« ins Gespräch: wer Podcast macht, Newsletter schreibt, bei Substack unterwegs ist, tritt das Erbe an. Sebastian bleibt skeptisch. Das US-Nationalarchiv hat die digitalisierten NSDAP-Mitgliederkarteien freigegeben: 16 Millionen Objekte, 5000 Mikrofilmrollen, online durchsuchbar. Historiker Winter mahnt: Das ist keine »Nazi-Suchmaschine«. Ein Fund bedeutet nicht automatisch Täterschaft. Sebastian hat schon gesucht, aber nichts gefunden. Nico auch. In Deutschland ist der Zugang aus Datenschutzgründen noch gesperrt. Dazwischen: Sebastian war Wahlvorsteher bei der hessischen Kommunalwahl. Mit Vereidigung (er selbst wurde von niemandem vereidigt). Familien sprangen zwischen den Wahlkabinen hin und her, Männer erklärten Frauen, was sie wählen sollten, die Stadtpolizei tauchte erst mittags auf. Ergebnis: 46 Prozent CDU. Und 2,5 Prozent für »Peter für Bad Homburg«, einen Blumenhändler mit treuer Gefolgschaft. Außerdem: Sebastians Weg durch das deutsche Gesundheitssystem. KI-gestützte Hautkrebsvorsorge bei der Dermatologin, Ohrenschmalzpfropfen bei der HNO-Ärztin und die grundsätzliche Frage: Untergräbt die Medizin die natürliche Auslese? Die Episode endet mit einem Gedankenexperiment: Lieber eine Woche als Neandertaler oder eine Woche auf dem Mars? Sebastian wählt das Neandertaler-Dasein, während Nico daran erinnert daran, dass Säbelzahntiger und der fehlende Hals-Nasen-Ohren-Arzt den Ausschlag geben könnten. Dann der Ausblick: Sebastian verbringt Ostern in Brilon, der Geburtsstadt Friedrich Merz’. Und als Abschieds-Zitat bedient sich Nico bei Alexander Kluge: »Wir sind Illusionsfabrikanten, die auf das Glück wetten. Wir sind keine Wahrheitssucher.« ⸻ Aufnahmedatum: 27. März 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#7 – Nur Annäherungen – Über Kreiszahlen, Kleidungsgrößen und die Kontrollillusion im Nebel der Institutionen
Es ist wieder Freitag, der 13. und Nico und Sebastian sitzen erneut vor ihren Mikrofonen, ohne erkennbare Lernresistenz. Als Aufhänger dient ein Bockwurstglas, das an der Rewe-Bäckertheke zu Boden geht: ein kleines Unglück, das die Frage aufwirft, warum wir im Zufälligen stets Bedeutung suchen. Die Antwort führt direkt zu Mythos, Aberglaube und Religion, und zu der These, dass der Mensch ohne Kontrollillusion einfach nicht auskommt. Dann: »Pink Tax«. Was Nico und Sebastian in der letzten Episode ohne diesen Begriff besprochen hatten, bekommt nun sein Etikett. Der Damen-Einwegrasierer kostet 30 bis 50 Prozent mehr als das funktional identische Männermodell, und zwar nicht weil er schärfer rasiert, sondern weil er rosa ist. Ökonomisch gesehen ist das kein Marktversagen, sondern schlicht Preiselastizität: Wer den schönsten Haarschnitt will, fragt nach dem Preis erst gar nicht. Dazu kommt das Phänomen »Vanity Sizing«: Kleidergrößen, die systematisch kleiner gemessen werden, damit Kunden sich besser fühlen, und Umkleidekabinen (oder in Thomas Bernhards Diktion: »Probierhauszellen«), die mit den Probierwütigen leider nicht mitgewachsen sind. Von »Rouge« zu »Blush«: Die Anglisierung des Alltags nimmt weiter Fahrt auf. Und just als Nico über den neuen Kosmetikbegriff sinniert, bringt Apple nahezu zeitgleich ein günstiges Einstiegs-MacBook raus – in der Farbe »Blush«! Sofort ausverkauft. Die Zielgruppe: jung, weiblich, preisbereit. Pink Tax im schicken Aluminiumgehäuse. Die Diskussion führt über Influencer-Kultur und Markenwirkung zur Gretchenfrage des Podcastens: Braucht ein Gespräch auch ein (Bewegt-)Bild? Sebastian schreibt sein Fitness-Tagebuch weiter: Zumba-Runde 2, diesmal mit männlichem Trainer. Und das Auffrischen von Schulstoff mit den Kindern führt zur peinlichen Erkenntnis, dass man fast schon selbst vergessen hat, wie man eine Kreisfläche berechnet. Dazu passt eine E-Mail von Backblaze, die Nico bekommen hat: Die Kreiszahl Pi wurde auf 314 Billionen Stellen hinter dem Komma berechnet, was 130 Terabyte entspricht, ausgedruckt in Sechspunktschrift über 5,5 Milliarden Seiten lang! Und doch: Pi bleibt eine Annäherung. Selbst die exakten Wissenschaften sind, so das Fazit, Nebel. Dieser Gedanke – dass der Mensch die meisten Dinge, die er täglich benutzt, weder versteht noch verstehen muss – wird zum konzeptionellen Kern der Episode. Delegation als Zivilisationstechnik, das prähistorische Gehirn in der digitalisierten Welt und Arnold Gehlens Satz aus »Die Seele im technischen Zeitalter«: »Institutionen sind vorgeformte und sozial eingewöhnte Entscheidungen«: sie entlasten den Menschen davon, alles selbst entscheiden zu müssen. Was die beiden Hosts direkt nach Hessen führt. Sebastian wurde befördert: zum Wahlvorsteher. Nicht ganz freiwillig, denn der eigentliche Kandidat war krank. Am heutigen Sonntag finden Kommunalwahlen statt; Sebastian öffnet um sieben das Wahllokal, trägt das Ergebnis acht Kilometer entfernt ins Rathaus und bekommt weder Visitenkarte noch roten Koffer. 64 Prozent der Kommunalpolitiker berichten laut Umfragen von Beschimpfungen oder Bedrohungen. Trotzdem: »Die große Politik mag im Bundestag stattfinden, aber die echte Demokratie lebt im Rathaus.« Auch wenn das BSW auf Kommunalwahlplakaten Kitas und Kasernen auf demselben Zettel vermischt, die US-Außenpolitik sich nur dort für Demokratie erwärmt, wo auch Öl fließt, und Cem Özdemir gerade Baden-Württemberg gewonnen hat: Die FDP fehlt – zumindest ihr liberales Gewissen. Am Ende, wie stets: mehr Nebel als Klarheit. Aber auch die Erkenntnis, dass man nie rauskommen wird. Und dass das ganz in Ordnung ist. ⸻ Aufnahmedatum: 13. März 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#6 – Deepfakes, Dackel und Damenpreise – Im dichten Nebel zwischen Bismarck und Blush
Nico und Sebastian sind zurück, und diesmal ist Nicos Podcast-Studio neu ausgestattet: Eine Steppdecke, drapiert über einen vierzig Jahre alten ausrangierten Bundeswehr-Schilderhalter, soll fortan für bessere Akustik sorgen. Wer sich an ein gemeinsames Greenscreen-Filmprojekt aus den Nullerjahren erinnert, weiß, welche Geschichte hinter dem gusseisernen Zeitzeugnis steckt. Anschließend gibt Sebastian sein Zweimonats-Fazit als Fitnessstudio-Mitglied. Er wird laut Nico von Mal zu Mal jünger (Benjamin Button lässt grüßen). Das Kursprogramm ist umfangreich, von Body Pump über Hatha-Yoga bis Cyclone, und nächste Woche steht Zumba auf dem Plan. Puh! Dann: der Friseur. Nico hat sich beim eigenmächtigen Nachschneiden einer Strähne mit der Schere ins Ohr geschnitten; van Gogh und Evander Holyfield lassen grüßen. Das bringt die beiden auf die sogenannten Pink Tax im Friseurgewerbe: Warum zahlen Frauen für einen Haarschnitt ein Vielfaches dessen, was Männer berappen? Und warum regt sich darüber niemand auf, während sonst für und gegen alles demonstriert wird? Von dort ist es kein sonderlich weiter Weg zu Rouge, das heute Blush heißt, weil die Welt zunehmend auf Englisch umgekrempelt wird. Blush bedeutet übrigens Schamesröte. Ob das ein Fortschritt ist, bleibt im Nebel. Das postolympische Phänomen beschäftigt die beiden Hosts: Was bleibt, wenn das große Ziel erreicht ist – ob nach Olympia oder nach einer Podcast-Aufnahme? Eng damit verknüpft: der Dienst RentAHuman.ai, bei dem Menschen für KI-Chatbots Alltagsaufgaben übernehmen. Das prominenteste Beispiel stammt aus dem eigenen Haus: Claude von Anthropic bestellte über diese Plattform Blumen für seine Entwickler. Sind das die Jobs der Zukunft? Der Wert des menschlichen Körpers – hochgerechnet auf Millionen oder gar Milliarden Euro, falls man alle Organe im Labor nachbauen müsste – gibt ebenfalls zu denken. Allein das Auge: rund drei Millionen Euro! Da kann man schon mal selbiges zudrücken. Apropos unbezahlbar: Otto von Bismarck hatte eine piepsige Stimme. Im heutigen Medienbetrieb wäre er chancenlos. Seines Dackels Erdmann wird derzeit in einer Ausstellung unter dem Motto »Erdmann oder Fakeman« gedacht, während die Echtheit des präsentierten Hundejäckchens nicht verbürgt ist. Damit ist die Überleitung zu den ZDF-Deepfakes fast zu elegant: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen musste sich für KI-generierte Bilder entschuldigen, die im Kontext US-amerikanischer Abschiebungen gezeigt wurden. Und Friedrich Merz wurde auf Facebook als Pinocchio bezeichnet (die Staatsanwaltschaft ermittelte!). Den Abschluss bildet die Umkleidekabine im Fitnessstudio. Sebastian berichtet von Saunagängern, die sich dort in allen Aggregatzuständen ausgesprochen wohlfühlen, und von Begegnungen auf Augenhöhe, die man so lieber nicht hätte. Und der Nebel? Der lichtet sich, wenn auch bloß ein wenig. Schleierwolken hängen noch, doch die Narzissen blühen bereits, und der Frühling kündigt sich an.
#5 – Vom Fitness-Wahn zur KI-Apokalypse: Nebelige Zukunftsvisionen zwischen Zumba und Algorithmen
In der fünften Episode von Über dem Nebelmeer starten Nico und Sebastian mit einer humorvollen Auseinandersetzung mit Aberglauben und Freitag dem 13.: von der Paraskevidekatriaphobie bis zu kulturellen Unterschieden zwischen Spanien und Deutschland. Doch schnell gleitet das Gespräch in Fitnesskult, Selbstoptimierung und die Absurditäten moderner Körperkultur: Sebastian berichtet von seinen Fortschritten im Gym, der Umstellung auf proteinreiche Ernährung und seinem ersten Zumba-Erlebnis, das ihn als einzigen Mann in einer Frauen-Gruppe zurücklässt. Die Diskussion weitet sich aus zu KI, technologischem Fortschritt und der Frage, ob der Mensch bereit ist für eine Zukunft ohne menschliche Kontrolle – sei es beim autonomen Fahren oder der Abhängigkeit von Algorithmen. Ein weiterer Schwerpunkt ist die kritische Reflexion der Olympischen Winterspiele und der Sportkultur: Von den tragischen Unfällen auf der Bobbahn von Cortina d’Ampezzo bis zur Frage, warum Curling-Stöcke nicht teleskopierbar sind. Dazu kommen politische und gesellschaftliche Nebelkerzen: von Kommunalwahl-Flyern der CDU bis zur Frage, ob Waffenbesitz in Grönland oder den USA wirklich Freiheit bedeute. Am Ende bleibt – wie immer – mehr Nebel als Klarheit: zwischen Fitness-Wahn, KI-Hype und der Frage, ob wir uns auf die Zukunft vorbereiten oder nur blind in sie hineinstolpern. ⸻ Aufnahmedatum: 13. Februar 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
#4 – Grönland, Gyms und grammatische Gratwanderungen – Vom Muskelkater zur Macht der Definitionen
In der vierten Episode von Über dem Nebelmeer – der ersten nach siebenwöchiger Weihnachtspause – starten Nico und Sebastian mit einem scheinbar beiläufigen Gespräch über Fitnesskultur, Neujahrsvorsätze und die absurden Rituale moderner Selbstoptimierung: von Proteinpulver-Experimenten bis zu den hierarchischen Machtspielen in Fitnessstudios. Doch schnell weitet sich das Gespräch zu einer geopolitischen Nebelwanderung: Ausgehend von Trumps skurrilen Annexionsplänen für Grönland entspinnt sich eine Diskussion über koloniale Überbleibsel, autonome Territorien und die willkürlichen Grenzen von Staaten (von Puerto Rico bis Transnistrien). Warum gehört Grönland zu Dänemark, aber nicht zur EU? Warum haben die Färöer-Inseln eine höhere Geburtenrate als der Rest Nordeuropas und warum wandern ausgerechnet philippinische Frauen dorthin ein? Von dort aus gleitet das Gespräch in sprachphilosophische Abgründe: Wie prägt die Muttersprache unsere Weltsicht? Gibt es im Grönländischen ein Wort für Sehnsucht? Und warum fehlt im Englischen eine exakte Entsprechung? Die beiden diskutieren grammatische Zwänge (Dativ vs. Akkusativ), die Macht der Definitionen (Was ist ein Kontinent? Wer entscheidet das?) und die Absurdität nationaler Identitäten, wenn etwa Deutsche sich über ihre eigene Sprachherkunft streiten. Am Ende bleibt – wie immer – mehr Nebel als Klarheit: zwischen Fitness-Wahn, geopolitischen Machtspielen und der Frage, ob wir uns unsere Zugehörigkeiten überhaupt aussuchen können. Oder ob wir, wie Larry the Cat in der Downing Street, einfach nur zuschauen, wie die Mächtigen kommen und gehen. ⸻ Aufnahmedatum: 30. Januar 2026 Intro- & Outro-Musik: »Dark Girl« von Elijah_K, https://pixabay.com/music/beats-dark-girl-280133/
1 di 2