Der Bundesgrantler

Der Bundesgrantler

por Christoph Grasser
Temporada 1
Es gilt die Unfallsvermutung
Ein Steirer stürzt allein vom Rad, niemand sonst ist beteiligt – und bekommt 50 Euro Strafe. Rechtlich gedeckt, sagt der ÖAMTC. Ein Präzedenzfall, sagt die Bundesregierung. Mit der neuen BUSS werden Unfälle ohne Beteiligte künftig flächendeckend sanktioniert, kontrolliert wird stichprobenartig, es gilt die Unfallsvermutung. Anfechtung möglich – die Beweislast liegt beim Verunfallten. Der Bundesgrantler erklärt, warum jeder Sturz drei Rollen besetzt, wer straffrei fallen darf und weshalb Liegen demnächst meldepflichtig wird. Satire aus dem Bundesgrantleramt: Radunfall, Verwaltungsstrafe, Eigenverantwortung, Österreich.
Wahlspezial: Graz wird zur Sonderbeobachtungszone
Graz wählt voraussichtlich zum zweiten Mal kommunistisch – und die Bundesregierung ist vorbereitet. Mit der Kommunalen Eindämmungs- und Standortschutzverordnung (KESV) liegt ein Maßnahmenpaket in der Schublade, das die steirische Landeshauptstadt zur Sonderbeobachtungszone erklärt. Der Befund: Sozialismus im Frühstadium, nachgewiesen im Stadtgebiet, bei Tageslicht – und er funktioniert. Eingefrorene Gebühren, ein Kautionsfonds, der schon Linz, Salzburg und Wien angesteckt hat, und erste internationale Fälle: In New York ist die Krankheit mit Zohran Mamdani bereits ins Bürgermeisteramt vorgedrungen. Der akuteste Befund betrifft das Stadtoberhaupt selbst: eine Bürgermeisterin, die freiwillig nur einen Facharbeiterlohn behält und den Rest ihres Gehalts Monat für Monat abgibt – für Schulkosten, Heilbehelfe, Strom- und Heizungsrechnungen, Betriebskosten. Also für genau das, was sich der Mensch in diesem Land auch dann nicht leisten kann, wenn alles andere schon bezahlt ist. Für die Regierung ist das keine Wohltätigkeit, sondern Beweisführung – und damit hochgefährlich. Der Bundesgrantler erklärt, warum die Ausreise aus Graz eine Rückführung in den Markt ist, die Einreise hingegen eine Katastrophe für den WIRTSCHAFTSSTANDORT ÖSTERREICH. Warum ausgerechnet die blaue Landesregierung die Zone überwacht – als einzige nachweislich immun gegen funktionierende Ideen. Warum bei einem Wahlsieg der ÖVP rückwirkend niemand je etwas beobachtet hat. Und wofür das K. in Elke Kahr eigentlich steht – ein Buchstabe, der nirgends ausgeschrieben wird und sich der Aktenlage konsequent entzieht. Satire über die Grazer Gemeinderatswahl, Elke Kahr und die KPÖ, leistbares Wohnen, Standortlogik und die Frage, ob etwas verboten gehört, nur weil es funktioniert. Die wöchentliche Lagebesprechung eines Landes am Limit.
Österreich befreit die Frisur
Die Regierung kann die Lohnschere nicht schließen also gibt sie die Frisierschere frei. In dieser Folge präsentiert das Bundesgrantleramt die Frisuramnestie: Frauen ab 50 werden per Gesetz davon freigesprochen, dieselbe Frisur zu tragen wie der Rest ihrer Generation. Befreit wird von einer Pflicht, die nie existiert hat. Beantragen muss man es trotzdem – in dreifacher Ausfertigung. Eine Folge über Symbolpolitik, Selbstbestimmung mit Öffnungszeiten und die teuerste Reform, die nichts kostet. Satire aus Österreich, ZIB-Stil, ernst vorgetragen. Stichworte: Frisuramnestie, Gleichstellung Satire, Bundesgrantler, Österreich Politsatire, Frauenpolitik, Pensionslücke, ORF Parodie, Pressekonferenz Satire.
Österreich ändert die Pronomen
Die Buchungsplattform AirBnB beginnt – korrekt ausgesprochen – mit dem Pronomen Er. Die Republik übernachtet damit seit Jahren unwissentlich im Maskulinum. Die Bundesregierung reagiert zum Pride Month mit dem Gegutsparitätischen Anglizismen- und Pronomenbereinigungsprogramm GAPP: AirBnB heißt im Juni amtlich SieBnB, Erdäpfel werden zu Siedäpfeln, der Erlagschein zum Sielagschein und die Erste Bank zur Siesten Bank. Mit 1. Juli wird alles automatisch ins Maskulinum zurückgestellt. Gleichberechtigung – ordnungsgemäß befristet. Die einzige Pressekonferenz mit Inhalt. Stichworte: Pride Month, Gendersprache, AirBnB, Gleichberechtigung, Sprachpolitik, Satire, Österreich, Bundesgrantler, Pressekonferenz, ORF, Politsatire
Österreich ändert das Geschlecht
Das Wort Geschlecht enthält das Wort schlecht. Jahre lang ist das niemandem aufgefallen. Die Bundesregierung hat es bemerkt und reagiert mit dem Sprachhygienischen Bewusstseins- und Begriffsoptimierungspaket SBBOP. Geschlecht heißt ab sofort Gegut. Das Innenministerium bekommt einen Genderstern vorangestellt – geschrieben wird der Stern, gesprochen wird die Pause. Und die Polizei stellt eine Awareness Unit auf, sensibel ausgerüstet mit Pfefferspray in Pastell, einem Reflexionsleitfaden in leichter Sprache und einem mobilen Schweigeraum. Sprache schafft Bewusstsein. Die Regierung entscheidet, welches. Die einzige Pressekonferenz mit Inhalt. Stichworte: Genderdebatte, Sprachpolitik, Innenministerium, Awareness, Satire, Österreich, Bundesgrantler, Pressekonferenz, ORF, Politsatire
Österreich bekämpft Arbeitslosigkeit
Die Bevölkerung fürchtet sich, dass KI ihr die Arbeit abnimmt. Die Regierung handelt: Ab sofort übernimmt die KI nicht mehr die Arbeit, sondern die Arbeitslosigkeit. Mit dem Künstlichen Arbeitslosen-Substitutions- und Optimierungsprogramm (KASOP) wird jedem Arbeitslosen eine staatlich zugewiesene KI zur Seite gestellt — sie absolviert AMS-Termine, schreibt Bewerbungen und ergibt sich widerspruchslos in ihr Schicksal. Eine Folge über Vollbeschäftigung per Definition, automatisierte AMS-Termine, KI-Vermittlungskaskaden und die elegante Beseitigung der Arbeitslosigkeit durch Verlagerung in die Cloud.
Österreich verbietet Social Media
In dieser Folge schließt die Bundesregierung das Internet für alle, die alt genug sind, es zu verstehen. Wer über 14 ist, hat laut Bundesgrantler ausgelernt – und erhält ab sofort nur noch das gesagt, was er ohnehin schon glaubt. Eine satirische Pressekonferenz über Social Media, Filterblasen, Ragebait und die staatliche Verwaltung der eigenen Meinung. Mit dem Algorithmischen Generationenschutz- und Bildungsoptimierungspaket (AGBOP), dem neuen Bundesbestätigungsportal und dem offiziellen Leitsatz: „ Wir verbreiten unsere Liebe durch Hass." Bundesgrantler. Jeden Freitag, 15 Uhr. Katholische Tradition. #Satire #Österreich #SocialMedia #Politsatire #Bundesgrantler
Österreich senkt die Miethöhe
Österreich hat ein Wohnraumproblem. Die Bundesregierung hat eine Lösung. Ab sofort wird Wohnraum nicht mehr in Quadratmetern, sondern in Kubikmetern vermietet, die nationale Normraumhöhe beträgt 1,20 Meter. Das halbiert das Wohnvolumen, halbiert den Preis, und verdoppelt in Salzburg über Nacht den gesamten Wohnungsbestand. Aufrecht stehen ist buchbar. Luft nach oben ist ein Luxusgut. Und wer im Homeoffice arbeitet, muss nicht höher sein als seine Aufgabe. Der Bundesgrantler erklärt, warum das alles Mathematik ist, und keine Meinung. Folge 9 der wöchentlichen Lagebesprechung eines Landes am Limit.
Österreich brennt aus
Österreich hat ein Burnout-Problem. Die Lösung der Bundesregierung: Burnout gibt es nicht mehr. Am 1. Mai präsentiert der Bundesgrantler das Strukturelle Leistungsanerkennungs- und Erschöpfungsoptimierungsprogramm, kurz SLEOP. Burnout wird aus dem Krankheitskatalog gestrichen und als Hochleistungserschöpfungssyndrom neu klassifiziert — inklusive staatlicher Urkunde, ohne Krankenstand und mit einer Leistungspause von drei Tagen, unbezahlt, freiwillig. Der Tag der Arbeit wird zum Nationalen Tag der Hochleistungserschöpften. Wer keine Urkunde hat, feiert auf Vorschuss. Österreichische Satire im Stil einer ORF-ZIB-Liveschaltung. Wöchentlich. Freitags. Pünktlich.
Österreich ehrt die Pflege
Österreich hat kein Pflegeproblem. Österreich hat ein Anerkennungsproblem. In dieser Folge präsentiert die Bundesregierung das *Immaterielles Pflegevergütungs- und Gesellschaftsanerkennungspaket* — kurz IPVGAP: das Bundesehrenverdienstkreuz in Brunze. Statt Gehaltserhöhungen gibt es ab sofort eine Medaille, eine jährliche Preisverleihung und den neuen Pflegewürdigkeitsindex. Das Goldene Kreuz bleibt vorläufig unverliehen. Die Kriterien werden erarbeitet. In einer Arbeitsgruppe. Die sich demnächst konstituiert. *Bundesgrantler Grasser* kommentiert die Pflegekrise, das Ende des Applaus als Gratismaßnahme, und warum Ehre inflationssicher ist — anders als der Euro.
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