Grenzwertig Menschlich – Wie in der Festung Europa aus Menschen eine Bedrohung wird

Grenzwertig Menschlich – Wie in der Festung Europa aus Menschen eine Bedrohung wird

por Melissa Amann, Pauline Evers, Karoline Miklós und Katharina Wild
Temporada 1
#4: Wessen Leben ist schützenswert? Die Brutalisierung des europäischen Grenzregimes
Grenzwertig Menschlich, Folge 4: Wessen Leben ist schützenswert? – Die Brutalisierung des europäischen Grenzregimes. Von Karoline Miklós An den Grenzen Europas geht es immer brutaler zu. Immer wieder hören wir von versunkenen Booten, von Menschen, die auf der Suche nach einem sicheren und menschenwürdigen Leben im Mittelmeer sterben müssen. Gleichzeitig wird auch in Österreich weiterhin über Asylstopp und die Einschränkung von Familiennachzug diskutiert. Die europäische Migrationspolitik verschärft sich seit Jahren. Eine Entwicklung, die viele als „Brutalisierung des Grenzregimes“ beschreiben. In dieser Sonderfolge von Grenzwertig Menschlich richten wir den Blick auf diese zunehmende Brutalisierung. Gemeinsam sprechen wir über Push- und Pull-Backs, die Externalisierung von Grenzen, die Kriminalisierung ziviler Seenotrettung und die Rolle von EU-Akteuren wie Frontex. Wir fragen, wie europäische Migrationspolitik systematisch Menschenrechte untergräbt, warum Solidarität zunehmend unter Druck gerät und was diese Entwicklungen für das Selbstverständnis Europas und unsere Gesellschaft bedeuten. Hinweis: In dieser Folge sprechen wir über sensible Erfahrungen im Asylverfahren, die emotional belastend sein können. Nehmt euch Zeit und Ruhe, wenn ihr diese Folge hört, und unterbrecht jederzeit, wenn es für euch zu viel wird! Passt auf euch auf! Ressourcen & weiterführende Links: Wenn ihr euch für die Arbeit von de:criminalize interessiert oder selbst aktiv werden wollt, findet ihr hier weitere Informationen: https://decriminalize.eu Credits: Moderation: Melissa Amann Skript, Aufnahme und Postproduktion: Karoline Miklós Einsendungen: Julia Winkler Jingle 1: Victoria Stellpflug Jingle 2: NotMeat2020 (Stems 3 (FINAL TRAP)) (CC 0)
#3: Queer genug?  Was digitale Handy-Auswertungen mit (queeren) Schutzsuchenden machen
Folge 3: Queer genug? Was digitale Handy-Auswertungen mit (queeren) Schutzsuchenden machen. Von Melissa Amann Queere Geflüchtete müssen im deutschen Asylsystem ihre Identität beweisen, während das Auswerten ihrer Smartphones tief in ihre Privatsphäre eingreift. In dieser dritten Folge der Podcastreihe sprechen wir über Versicherheitlichung, digitale Grenzen und queere Schutzsuchende in einem starren Asylverfahren. Im Gespräch mit Katharina gibt Melissa Einblicke in ihre Forschungsarbeit und zeigt, wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seit 2017 Smartphones und andere Datenträger auswertet und welche Folgen diese Praxis für die Betroffenen hat. Mit Beiträgen von Anna Biselli (Netzpolitik.org) und Davy Wang (Gesellschaft für Freiheitsrechte, eingesprochen von Dietmar Bauer) sowie Alva Träbert (LSVD+ Verband queere Vielfalt) richten wir den Blick auf die rechtlichen, politischen und emotionalen Auswirkungen digitaler Kontrolle und fragen: Wie kann Asyl Schutz bieten, wenn Queerness an Daten und Algorithmen gemessen wird? Hinweis: In dieser Folge sprechen wir über digitale Kontrolle, Überwachung und sensible Erfahrungen im Asylverfahren, die emotional belastend sein können. Nehmt euch Zeit und Ruhe, wenn ihr diese Folge hört, und unterbrecht jederzeit, wenn es für euch zu viel wird! Passt auf euch auf! Ressourcen & weiterführende Links: Studie „Das Smartphone, bitte! Digitalisierung von Migrationskontrolle in Deutschland und Europa“ von Anna Biselli und Lea Beckmann, herausgegeben von der GFF. Anna Bisellis Artikel bezüglich der Handydatenauswertungen (Schaut euch aber auf jeden Fall auch ihre älteren Artikel zu dem Thema an). Wenn ihr euch für die Praktiken und Zustände in den Ausländerbehörden interessiert, schaut euch auch die Artikel von Chris Kover auf Netzpolitik.org und von Davy Wang. bei der GFF an. Für mehr Informationen zu queeren Geflüchteten und Migrant*innen schaut auf jeden Fall auf der Website vom LSVD+ vorbei. Credits: Moderation: Katharina Wild Redaktionelle Mitarbeit: Pauline Evers Recherche und Skript: Melissa Amann Aufnahme, Planung und Produktion: Melissa Amann Titelmusik und Jingle: Victoria Stellpflug Musik: Kjartan Abel (On hold) (CC 4.0)
#2: “Freiwillige Ausreise”? Das System der Abschiebelager in Österreich
Grenzwertig Menschlich Folge 2: “Freiwillige Ausreise”? Das System der Abschiebelager in Österreich. Von Pauline Evers Was passiert, wenn Migrationspolitik nur noch durch die Brille der Sicherheit gesehen wird? In dieser Folge blicken wir hinter die Mauern der österreichischen Abschiebelager und auf die menschlichen Folgen dieser Sicherheitspolitik. Pauline wird uns dabei Einblicke aus ihrer Studienarbeit geben, und darüber sprechen, warum manchmal genau die Menschen in diese Lager kommen, die überhaupt nicht abgeschoben werden können – und welche versteckten Kalküle dahinterstehen. Außerdem sprechen wir mit Nabaa Alawam, die monatelang im Rückkehrzentrum Bürglkopf lebte, und hören Imad, der im Anhaltezentrum Vordernberg inhaftiert war. Gemeinsam mit unabhängigen Rechtsberater*innen der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung entschlüsseln wir ein System, das Schutzsuchende isoliert, demobilisiert und Gewalt erfahren lässt. Ein System, das gezielt eine beinahe rechtlose Klasse von Menschen schafft, die als weniger wert behandelt werden. Hinweis: In dieser Folge sprechen wir über sensible Erfahrungen im Asylverfahren, die emotional belastend sein können. Nehmt euch Zeit und Ruhe, wenn ihr diese Folge hört, und unterbrecht jederzeit, wenn es für euch zu viel wird! Passt auf euch auf! Ressourcen & weiterführende Links: Studie zu Vordernberg: „There are no laws. They are the law.“ (2024) von der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung und Push-Back Alarm Austria Dokumentarfilm zu Vordernberg: „Entwürfe“ (2013) von Juri Schaden (bürgerlich: Georg Oberlechner) Website der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung Kunst von Nabaa Alawam auf Instagram Dokumentarfilm „Bürglkopf“(2025) von Lisa Polster, Initiative Bürglkopf Schließen, Petition zur Schließung von Bürglkopf Credits: Moderation: Katharina Wild Recherche und Skript: Pauline Evers Aufnahmen und Postproduktion: Pauline Evers Redaktionelle Mitarbeit: Melissa Amann Titelmusik und Jingle: Victoria Stellpflug Musik: Kjartan Abel (Winterstorm II: A Cinematic and ambient soundscape) (CC 4.0) Sendungsausschnitt: Radio Orange (Keine Lobaufragewanderung mit Ulli Sima, Wir haben Platz Demo in Wien, #HassistnichtnormalKundgebung) (CC 4.0) Sendungsausschnitt: Radio Helsinki (‘Wir wollen die menschenverachtende Festung Europa niederreißen!‘ – Grenzen töten | Widerstandschronologie) (CC 4.0)
#1: Sicherheit durch Versicherheitlichung? Die Erschaffung des Bedrohungsnarrativs Migration
Grenzwertig Menschlich Folge 1: Sicherheit durch Versicherheitlichung? Die Erschaffung des Bedrohungsnarrativs Migration. Von Katharina Wild In der ersten Folge nähern wir uns der europäischen Migrationspolitik aus einer theoretischen, sicherheitspolitischen Perspektive. Dabei greifen wir die sozialwissenschaftliche Theorie der Versicherheitlichung. Sie zeigt kritisch auf, wie durch Sprache und Diskurse gezielt Unsicherheits- und Bedrohungsszenarien konstruiert werden, die der Legitimation sicherheitspolitischer Maßnahmen dienen. Pauline und Katharina erläutern in Dialogform zunächst die Theorie der Versicherheitlichung und analysieren im Anschluss anhand dieser theoretischen Brille Beispiele aus der europäischen Migrationspolitik. Credits: Moderation: Pauline Evers Skript, Aufnahme und Postproduktion: Katharina Wild Redaktionelle Mitarbeit: Melissa Amann Musik und Jingle: Victoria Stellpflug Musik: Kjartan Abel (On hold) (CC 4.0)